Ausgewählte Projekte des RHIZOM/RAZOM-Programms 2025/26

Das Ukrainische Institut in Deutschland hat gemeinsam mit der NRO Insha Osvita das Auswahlverfahren im Rahmen des Programms „RHIZOM/RAZOM: Reinforcing Transregional Cultural Partnerships“  abgeschlossen.

Ukrainische und deutsche NGOs sowie kulturelle und bildungsbezogene Institutionen waren eingeladen, gemeinsame Projektvorschläge für 2025/26 zum Thema Dekolonisierung einzureichen. Nach Abschluss des Bewertungsprozesses stehen nun die Finalist:innen fest, die ihre Projekte im kommenden Programmzyklus umsetzen werden.

Finalisten des RHIZOM/RAZOM-Programms 2025/2026

Wir freuen uns, die Finalist:innen des RHIZOM/RAZOM-Programms für die Jahre 2025/2026 bekannt zu geben. Die folgenden ukrainischen und deutschen Organisationen wurden ausgewählt. Gemeinsam werden sie innovative Projekte in den Bereichen Kultur, Medien, Dialog und gesellschaftliche Entwicklung umsetzen:

  • NGO Ksi Prostir (UA) und Solomiya Magazin (UA/DE) und Pochen e.V. (DE)
    Project: “Breaking the Deadlock”
  • NGO Sklad 2’0 (UA) und Vitsche e.V. (DE)
    Project: “Residency ‘Foreign visitors’”
  • NGO MEDIA-CENTER UA (UA) und ABC Bildungs- und Tagungszentrum e.V. (DE)
    Project: “Voices of the Future: Media Creators Residency in Hüll”
  • NGO Agency of Cultural Projects (UA) gemeinsam mit Futur3 – Theater (DE) und Sommerblut e.V. (DE)
    Project: “RE-FORM. Performative Arts Lab”
  • Kmytiv Museum of Fine Arts named after Y. D. Buchanchuk (UA) und Kulturstiftung Haus Europa (DE)
    Project: “Contested socialist heritage. XX Century Art in Contemporary Reflection”
  • Ukrainian Environmental Humanities Network (UA) und Korsi Berlin e.V. (DE)
    Project: “Flow Lines: Stories Between Cherkasy and the GDR Dams”
  • Vinnytsia Regional Department of the All-Ukrainian Non-Governmental Organization ‘Ukrainian Library Association’ (UA) und Dialogkraft Europa e.V. (DE)
    Project: “KARTA: An Annotated Map of Ukrainian Decolonial Thought”

Über das Förderprogramm

RHIZOM/RAZOM ist die zweite Ausgabe des Kulturprogramms, das vom Ukrainischen Institut in Deutschland initiiert wurde. Für den Förderzeitraum 2025–2026 kommt die NGO Insha Osvita als Hauptpartnerin hinzu. Das Programm wird durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland gefördert. 

RHIZOM/RAZOM ist mehr als nur ein Programmtitel – es steht sinnbildlich für unser Verständnis von kultureller Partnerschaft, grenzüberschreitender Kooperation und gemeinsamer Entwicklung. 

Der Begriff „Rhizom“ stammt ursprünglich aus der Botanik und bezeichnet ein unterirdisches Wurzelsystem, das sich ohne Zentrum in alle Richtungen ausbreitet. In der Philosophie wurde der Begriff als Modell für nicht-hierarchische, vernetzte Strukturen übernommen – als Sinnbild für Offenheit, Vielfalt und organisches Wachstum. Genauso verstehen wir internationale Kulturbeziehungen: als wachsendes Netzwerk von Menschen, Ideen und Erfahrungen, die sich gegenseitig stärken. 

„Razom“ ist das ukrainische Wort für „gemeinsam“. Es steht für Zusammenarbeit, Zusammenhalt und Solidarität – zentrale Werte, die unserem Programm zugrunde liegen. 

RHIZOM/RAZOM vereint diese beiden Konzepte: das dezentrale, widerstandsfähige Netzwerk (RHIZOM) und die lebendige Gemeinschaft (RAZOM). Das Programm fördert gezielt die Kooperation zwischen ukrainischen und deutschen NGOs, zivilgesellschaftlichen sowie Bildungseinrichtungen im Kulturbereich – mit dem Ziel, langfristige Partnerschaften aufzubauen, den gesellschaftlichen Dialog zu stärken und gemeinsam an einer offenen, demokratischen Zukunft Europas zu arbeiten. 

Programmziele

Das Programm unterstützt Projekte, die: 

  • ukrainisch-deutsche Partnerschaften aufbauen und stärken und damit die Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit zwischen den Teilnehmenden schaffen; 
  • die breite Öffentlichkeit sowie ein Fachpublikum dazu anzuregen, über Demokratie in Europa aus dekolonialer Perspektive* nachzudenken. 

* Wir verstehen Dekolonisierung in kultureller, historischer und erkenntnistheoretischer Hinsicht – z. B. durch Projekte, die tradierte Narrative hinterfragen, marginalisierte Stimmen sichtbar machen oder sich mit post-sowjetischen und post-kolonialen Machtstrukturen im kulturellen Kontext auseinandersetzen. 

  • die Resilienz und Handlungsfähigkeit regionaler NGOs sowie Kultur- und Bildungseinrichtungen in Deutschland und der Ukraine stärken; 
  • den fachlichen Austausch zwischen Künstler:innen, Wissenschaftler:innen und Kulturschaffenden beider Länder fördern. 

Partner

Das RHIZOM/RAZOM-Programm wurde vom Ukrainischen Institut in Deutschland in Zusammenarbeit mit Insha Osvita initiiert und wurde vom Auswärtigen Amt gefördert.