Fragen und Antworten

Was ist das Ukrainische Institut und was sind seine Tätigkeiten?

 

Ja, das Ukrainische Institut ist ein Kulturinstitut, das in seinen Aufgaben dem Goethe-Institut, dem Institut Français oder dem Instituto Cervantes ähnelt, hat jedoch auch eigene besonderheiten.  Es wurde im Jahr 2017 in Kyjiw gegründet, ist eine öffentliche Institution und dem Außenministerium der Ukraine angegliedert.  

Im März 2023 wurde die erste Auslandsvertretung in Deutschland eröffnet, im Oktober 2023 folgte die zweite in Frankreich. Im April 2025 begann die dritte Auslandsvertretung in den Niederlanden zu arbeiten. 

Das Ukrainische Institut in Deutschland ist ein eingetragener Verein und kann auch eigene Projekte umsetzen und Fördermittel beantragen. 

Das Ukrainische Institut widmet sich der Förderung der interkulturellen Zusammenarbeit und schafft im Ausland einen Raum für die Begegnung mit der ukrainischen Kultur.  

Allerdings hat sowohl das Zentrale Ukrainische Institut als auch seine Auslandsvertretungen jeweils ihre eigenen Besonderheiten. 

Das Ukrainische Institut ist ein assoziiertes Mitglied der EUNIC (European Union National Institute for Culture), einer Vereinigung der Kulturinstitute der Europäischen Union.

Das Ukranische Institut ist eine öffentliche Institution, die dem ukrainischen Außenministerium angegliedert ist. Die Repräsentanz in Deutschland arbeitet eng mit dem Ukrainischen Institut in Kyjiw zusammen. Die Eröffnung des Auslandsbüros in Deutschland wurde durch die trilaterale Partnerschaft zwischen dem Goethe-Institut, den Open Society Foundations und dem Ukrainischen Institut ermöglicht.   

Das Ukrainische Institut initiiert und realisiert Projekte vor allem in den Bereichen Kunst, Kultur und Ukraine-Studien.

Das Ukrainische Institut vertritt die ukrainische Kultur aus einer dekolonialen Perspektive und setzt dabei auf Zusammenarbeit und Austausch mit deutschen sowie internationalen Kulturakteur:innen. Jährlich widmet sich das Institut ausgewählten Themen der ukrainischen Geschichte und Kultur. Im Jahr 2023 standen insbesondere der Holodomor, die Revolution der Würde sowie die krimtatarische Kultur und Gesellschaft im Fokus. Darüber hinaus beschäftigt sich das Ukrainische Institut in Deutschland mit aktuellen Fragen wie dem russisch-ukrainischen Krieg, dem Wiederaufbau der Ukraine, der Rolle der Zivilgesellschaft im Kontext der Resilienz der Ukrainer:innen sowie der kulturellen Selbstbehauptung und Aufarbeitung kolonialer Narrative.

In unserer Arbeit orientieren wir uns an diesen wichtigen Prinzipien: Postkoloniale Denkweise, traumasensibler Ansatz, evidenzbasierte Arbeit, Reziprozität, Respekt und Austausch.

Derzeit bieten wir keine Sprachkurse für Ukrainisch an. In Zukunft werden wir diese jedoch anbieten.

In der Zwischenzeit empfehlen wir Ihnen eine vom Ukrainischen Institut vorbereitete Liste der Onlineressourcen über und zur Ukrainischen Sprache. 

Vor 2022 wurde das Ukrainische Institut aus dem ukrainischen Staatshaushalt finanziert. Aktuell werden die Haushaltsmittel jedoch vor allem für den Schutz der Ukraine und die europäische Sicherheit benötigt, sodass das Ukrainische Institut in Deutschland für seine Projekte im Ausland auf Kooperationen sowie öffentliche und private Unterstützung angewiesen ist.

Das Ukrainische Institut setzt sich für die Förderung und Präsentation der ukrainischen Kultur im Ausland ein. Es widmet sich auch dem Auf- und Ausbau einer langfristigen interkulturellen Zusammenarbeit. Dabei ist die wichtigste Prämisse unserer Arbeit eine unabhängige und evidenzbasierte Expertise, die durch die Zusammenarbeit mit dafür ausgewiesenen Institutionen wie Universitäten, Kulturinstitutionen, Forschungszentren sowie Expert:innen sichergestellt wird. Z. B. arbeitete das Ukrainische Institut in letzten Jahren mit: Nationales Kunstmuseum der Ukraine, Nationales Filmarchiv der Ukraine Dovzhenko Zentrum, Khanenko Museum und anderen Organisationenn.  

Das Ukrainische Institut betreibt keine Propaganda. 

Die Arbeit des Ukrainischen Instituts untersteht der Prüfung eines Aufsichtsrats aus 11 unabhängigen Kultur- und Medienschaffenden. Die Besetzung der Arbeitssstellen im Ukrainischen Institut erfolgt durch ein offenes Bewerbungsverfahren.  

Als eine an das Außenministerium der Ukraine angegliederte Institution, orientiert sich das Ukrainische Institut an den außenpolitischen Zielen der Ukraine. Seine Programmarbeit und die internationalen Kooperationen gestaltet das Institut unabhängig vom Außenministerium der Ukraine. 

Das Ukrainische Institut fokussiert sich auf zentrale Themen- und Tätigkeitsbereiche wie Film, Literatur, Musik, Bildende Kunst, Darstellende Künste, Ukrainische Studien, interdisziplinäre Projekte sowie die Vermittlung von Wissen durch Informationskampagnen zur ukrainischen Kultur und Geschichte – mit inhaltlichen Schwerpunkten auf Dekolonisierung, Zivilgesellschaft und Diversität.

Bei Fragen zu den unten stehenden Themenbereichen empfehlen wir Ihnen, sich an die Organisationen (hier finden Sie die Liste der ukrainischen Organisationen) mit entsprechender Expertise zu wenden:  

 

  1. Politischer Aktivismus  
  2. Humanitäre Hilfe für die Ukraine   
  3. Beratung und Hilfe für Schutzsuchende aus der Ukraine  
  4. Residenzen für schutzsuchende Künstler:innen (Artists at risk)  
  5. Ukrainische Diaspora  

Wie Sie mitmachen können: als Künstler:in, als Besucher:in, als Unterstützer:in

Raumsuche

Das Ukrainische  Institut in Deutschland sucht nach passenden Räumlichkeiten in Berlin sowohl für unsere Veranstaltungen als auch nach einem repräsentativen Standort, der unserer Institution als sichtbare Anlaufstelle dienen kann.  

Genaue Infos über die gesuchten Räumlichkeiten erhalten Sie auf Anfrage per Mail an [email protected]. 

Medienpartnerschaft

Das Ukrainische Institut in Deutschland freut sich über eine langfristige Zusammenarbeit mit deutschen Medien: [email protected] 

Förderung 

Das Ukrainische Institut in Deutschland ist fortlaufend auf der Suche nach geeigneter Förderung für unsere Projekte. Darüber hinaus sind wir auch an einer institutionellen Förderung interessiert, um unsere langfristige Arbeit nachhaltig abzusichern. Möchten Sie unsere Arbeit unterstützen? Wenden Sie sich bitte an: [email protected].  

Projekte und Veranstaltungen 

Sie haben eine spannende Projektidee, suchen nach ukrainischen Partner:innen oder wünschen sich eine Beratung zu Kooperationen mit der Ukraine in Ihrem Kulturbereich? Dann schreiben Sie uns gerne an: g[email protected].

 

Unsere Veranstaltungen finden deutschlandweit statt. Unter “Aktuelles” und „Kalender“ erfahren Sie, wo und wann Sie das Team oder die Projekte des Ukrainischen Instituts kennenlernen können. Um auf dem Laufendem zu bleiben, können Sie unseren monatlichen Newsletter abonnieren und uns auf X (Twitter), LinkedIn, Instagram und Facebook folgen.  

Wenn Ihre Prinzipien und Tätigkeitsbereiche mit unseren übereinstimmen und Sie gemeinsame Projekte planen möchten, freuen wir uns über ihre Kontaktaufnahme: [email protected]. 

Wir sind auch interessiert an Foto– und Videograph:innen, Grafiker:innen sowie PR-Agenturen, die mit uns arbeiten möchten. Schreiben Sie uns an: [email protected] 

Bitte beachten Sie dazu auch unsere Antwort zu den Bereichen, in denen wir als Institution nicht tätig sind (siehe Frage in der FAQ).  

 

Auf der Seite des Ukrainischen Instituts ui.org.ua und deren Sozialen Netzwerken (Instagram und Facebook) werden regelmäßig Ausschreibungen und Open Calls für Projekte des Ukrainischen Instituts veröffentlicht, für die sich ukrainische Künstler:innen bewerben können.  

Wir sind auch an Foto- und Videograf:innen, Grafiker:innen sowie PR-Agenturen interessiert, die mit uns arbeiten möchten. Schreiben Sie uns: [email protected].

Sie können Unterstützung leisten, indem Sie z. B. für die ukrainische Armee oder für die humanitäre Hilfe in der Ukraine spenden.   

Hier finden Sie die Konten der Nationalen Bank der Ukraine für

a) Ukrainische Streitkräfte

b) Humanitäre Hilfe für die Ukraine 

Warum wurde das Ukrainische Institut in Deutschland eröffnet?

Das Ukrainische Institut arbeitet seit seiner Gründung mit zahlreichen deutschen Kulturinstitutionen, wie dem Goethe-Institut, dem Reeperbahn Festival, dem Zentrum Liberale Moderne, der Berlinale oder der Frankfurter Buchmesse zusammen. Als einer der führenden Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist Deutschland für die Ukraine ein wichtiger Partner auf dem Weg zur europäischen und euroatlantischen Integration.  

Das Ukrainische Institut in Deutschland fördert den Ausbau bereits bestehender Kooperationen und die Etablierung neuer Kontakte zwischen den Institutionen, Künstler:innen und Kulturakteur:innen fördern. Vor allem angesichts des andauernden russischen Krieges in der Ukraine, einer damit verbundenen Schutzsuchenden- und Migrationsbewegung sowie der aktuellen Dekolonialisierungsprozesse in der Ukraine steigt in Deutschland der Bedarf an Verständnis für die Ukraine, ihre Gesellschaft, Kultur und Geschichte.   

Die Eröffnung des Ukrainischen Instituts in Deutschland wurde in der deutschen und internationalen Kulturszene, bei Vertreter:innen der Zivilgesellschaft und Medien mit großem Interesse verfolgt, welches die Relevanz und die Notwendigkeit einer fundierten und langfristigen Vermittlung der ukrainischen Kultur deutlich macht.  

Die Idee, Auslandsvertretungen des Ukrainischen Instituts zu eröffnen, besteht seit dessen Gründung im Jahr 2017. Die Idee und die Notwendigkeit einer solchen Institution entstanden insbesondere im Zusammenhang mit der Revolution der Würde im Jahr 2013 und dem damit verbundenen wachsenden Interesse der Weltöffentlichkeit an der Ukraine. Die Eskalation des russischen Krieges gegen die Ukraine mit der seit 2022 andauernden Vollinvasion Russlands und deren Folgen für Europa und die Welt haben die Dringlichkeit dieses Vorhabens verstärkt und die dafür notwendigen Schritte beschleunigt.

Langjährige Kontakte und Kooperationen bestehen mit dem Auswärtigen Amt, der Open Society Foundation, der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Goethe-Institut, der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Heinrich-Böll-Stiftung, der Berlinale, der Frankfurter Buchmesse, der Leipziger Buchmesse, dem Reeperbahn Festival, den Mitgliedern von EUNIC (European Union National Institutes for Culture), der Ernst von Siemens Kunststiftung, dem Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V., der Akademie der Künste, dem Literaturhaus Berlin, dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), dem Haus für Poesie, der Obmin Foundation und anderen.